Aduno Gruppe mit überzeugendem Jahresergebnis 2016

Zürich, 11. April 2017

Die Aduno Gruppe, Schweizer Spezialistin für bargeldloses Bezahlen, hat das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen. Der Umsatz im Kartengeschäft legte dank höherer Transaktionsvolumen im Issuing und Acquiring deutlich zu. Das Privatkreditgeschäft hat sich in einem anspruchsvollen Umfeld gut behauptet. Der gute Geschäftsgang und ein einmaliger Sonderertrag steigerten den Gewinn auf Rekordhöhe. Die solide Kapitaldecke bildet das Fundament für weiteres Wachstum.

Getragen vom freundlichen Wirtschaftsumfeld steigerte die Aduno Gruppe den Umsatz im Geschäftsjahr 2016 um 20.4 Prozent auf CHF 583 Mio. Das operative Ergebnis liegt mit CHF 137 Mio. um 63 Prozent über Vorjahr, was neben dem höheren Volumen zu einem wesentlichen Teil in einer substanziellen einmaligen Zuwendung begründet ist, welche die Aduno Gruppe als Mitgliedsinstitut der Visa Europe Ltd. im Zuge derer Übernahme durch die Visa Inc. erhielt. Der Reingewinn betrug CHF 118.5 Mio., gegenüber CHF 74.6 Mio. im Jahr zuvor. Damit konnte die Aduno Gruppe ihre Gewinnmarge von 15.4 Prozent im Vorjahr auf 20.3 Prozent ausweiten. Martin Huldi, Chief Executive Officer der Aduno Gruppe: «Die Aduno Gruppe hat 2016 ein eindrückliches Volumenwachstum erzielt – vor allem wenn man bedenkt, dass es ein anspruchsvolles Jahr war in Bezug auf Währungen, Zinsen und die rasante technische Entwicklung. Im Issuing haben wir beinahe sieben Prozent und im Acquiring über fünf Prozent zugelegt. Das sind Wachstumszahlen, wie wir sie nicht häufig sehen.»

Tiefere Interchange Fee kompensiert
Der Geschäftsbereich Payment, der die beiden sich ergänzenden Geschäftsfelder Kartenherausgabe (Issuing; Viseca Card Services SA) und Kartenakzeptanz und -verarbeitung (Acquiring; Aduno SA) sowie das Mietkautionsgeschäft (AdunoKaution AG und SmartCaution SA) umfasst, erzielte einen Umsatz CHF 456.7 Mio., 29.1 Prozent mehr als 2015. Der Geschäftsbereich Consumer Finance mit der cashgate AG trug CHF 96.2 Mio. bei, von der zentralen Finanzierungseinheit stammen CHF 98.4 Mio.
Vom Gesamtumsatz entfielen 36.2 Prozent auf den Kommissionsertrag, 19.9 Prozent auf die Jahresgebühren, 17.1 Prozent auf den Zinsertrag sowie 26.8 Prozent auf die übrigen Erträge. Bemerkenswert ist, dass die Aduno Gruppe den Kommissionsertrag trotz tieferer Interchange Fee leicht über Vorjahresniveau heben konnte, was unter anderem auf das höhere Transaktionsvolumen zurückzuführen ist. Die erfreuliche Steigerung der Erträge aus den Jahresgebühren ist dem höheren Kartenbestand zuzuschreiben. Der Sonderertrag aus der Visa-Zuwendung führte zur deutlichen Zunahme der übrigen Erträge. Der Rückgang des Zinsertrags wiederum widerspiegelt hauptsächlich die regulatorische Senkung des Höchstzinssatzes im Privatkreditgeschäft auf 10 Prozent, den cashgate bereits vorzeitig per 1. April 2016 umgesetzt hatte.

Geschäftsbereich Payment legt in allen Segmenten zu
Der Geschäftsbereich Payment steigerte 2016 das Transaktionsvolumen um 6 Prozent auf CHF 16.5 Mrd. Das Volumen verteilt sich je zur Hälfte auf das Issuing- und das Acquiring-Geschäft. Im Issuing-Geschäft realisierte Viseca 2016 ein um 6.7 Prozent höheres Transaktionsvolumen, während Aduno im Acquiring-Volumen nach dem stagnierenden Vorjahr um 5.3 Prozent zulegen konnte. Gemessen an der Anzahl Transaktionen wurde im letzten Jahr ein deutliches Wachstum von 14.8 Prozent auf 193.2 Millionen erzielt. Auch die Neuverkäufe von Karten nahmen um 4.7 Prozent zu, was in erster Linie der erfolgreichen Vertriebszusammenarbeit mit den Partnerbanken zu verdanken ist. Als Ergebnis erhöhte sich der gesamte Kartenbestand um 4.1 Prozent oder um mehr als 56’000, auf insgesamt über 1.4 Millionen Stück.

Digitalisierungsstrategie weiter vorangetrieben
Das Hauptaugenmerk der Aduno Gruppe lag im vergangenen Jahr auf Projekten rund um digitale Bezahllösungen. Die Lancierung von VisecaOne, dem digitalen Service für sichere und bequeme Online-Zahlungen sowie nützlichen Informationen rund um die Karte, ist bereits eine Erfolgsgeschichte und wird von über 500’000 Kunden aktiv genutzt. Auch die von Viseca – zusammen mit dem Fintech Start-up Contovista AG – entwickelte Personal-Finance-Management-Lösung stiess bei den Kunden der bisher beteiligten Partnerbanken auf positive Resonanz. Drei Banken haben den Service bereits in ihre E-Banking-Umgebung integriert, zwölf weitere werden dies in Kürze tun.

Consumer Finance knapp unter Vorjahr
Der Geschäftsbereich Consumer Finance konnte im anspruchsvollen Geschäftsjahr das Vorjahresniveau nahezu halten. Das Neugeschäft lag mit CHF 822 Mio. um 0.8 Prozent tiefer; der Kreditbestand verringerte sich um 1.1 Prozent auf CHF 1’251 Mio. Gut behauptet hat sich der Privatkreditbereich: Es resultierte ein Wachstum des Neuvolumens um 4.4 und des Bestands um 5.5 Prozent. Damit konnte cashgate im schrumpfenden Markt und unter Beibehaltung der strengen Risikopolitik Marktanteile gewinnen. Erfolgsrezept war die Weiterentwicklung des erfolgreichen Preismodells. Bereits seit April 2016 gelten die Zinssätze von 7.9 und 9.9 Prozent. Zusätzlich hat cashgate für Kunden mit Wohneigentum einen Zinssatz von 4.9 Prozent eingeführt. Im weiterhin unter starkem Konkurrenzdruck stehenden Leasinggeschäft ging das Neuvolumen hingegen um 6.6 Prozent zurück. Durch innovative neue Angebote für Senioren und Autohändler konnte die Kundenbindung erhöht werden, womit die Grundlagen für Wachstum im 2017 geschaffen wurden.

Solide Kapitaldecke
Per 31. Dezember 2016 belief sich die Bilanzsumme der Aduno Gruppe auf CHF 2’292 Mio., gegenüber CHF 2’207 Mio. zum Jahresende 2015. Das Eigenkapital betrug CHF 642.7 Mio., nach CHF 543.2 Mio. im Vorjahr. Mit einer Eigenkapitalquote von 28 Prozent verfügt die Aduno Gruppe über ein solides finanzielles Fundament für das weitere Wachstum.

Neue Arbeitsplätze geschaffen
Ende 2016 beschäftigte die Aduno Gruppe 819 Mitarbeitende (Vollzeitäquivalente), 63 mehr als im Vorjahr. Die neuen Stellen wurden vor allem im Zusammenhang mit den Projekten für die digitale Transformation und für das Mobile Payment geschaffen.

Dividende
In Anbetracht des sehr guten Geschäftsergebnisses und der starken Eigenkapitalbasis, schlägt der Verwaltungsrat der Aduno Holding AG an der Generalversammlung vom 12. Juni 2017 eine Verdoppelung der Dividende auf CHF 40 Mio. vor.

Wechsel im Verwaltungsrat
Dr. Pierin Vincenz, seit der Gründung 1999 Verwaltungsratspräsident der Aduno Holding, hat sich entschieden, an der Generalversammlung vom 12. Juni 2017 nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Als neuer Vertreter der Raiffeisen Gruppe wird Michael Auer, Leiter Departement Privat- und Anlagekunden, nominiert. Als neuer Verwaltungsratspräsident wurde Pascal Niquille, Chief Executive Officer der Zuger Kantonalbank, durch den Verwaltungsrat zur Wahl nominiert.

Ausblick
Die Aduno Gruppe erwartet für 2017 wiederum ein gutes Jahr. Die Konsumentenstimmung dürfte insgesamt positiv bleiben und die Tendenz zum bargeldlosen Bezahlen – unterstützt durch die Digitalisierung und die günstigeren Konditionen für den Handel als Folge der tieferen Interchange Fee – anhalten. Der Ausblick für das Privatkreditgeschäft ist stabil, einzig das Leasinggeschäft dürfte tendenziell unter Druck bleiben. Auch im laufenden Jahr wird die Aduno Gruppe ihre Stellung im Payment und Consumer Finance ausspielen, um weiteres Volumenwachstum zu erzielen. Für die Implementierung von digitalen Technologien und Projekten wird wiederum ein substanzieller Betrag investiert. Für Gegenwind sorgen weitere regulatorische Eingriffe in den Markt. Per 1. August 2017 wird die zweite Reduktion der inländischen Interchange Fee auf 0.44 Prozent erfolgen. Das führt, zusammen mit dem geltenden tieferen Höchstzinssatz, zu sinkenden Margen. Die Aduno Gruppe wird deshalb alles daran setzen, um auch in diesem Umfeld den Ertrag 2017 zu halten.

Der vollständige Online-Geschäftsbericht 2016 ist verfügbar unter reports.aduno-gruppe.ch